Motorische Entwicklungsstörungen

Kinder mit motorische Entwicklungsstörungen gelingt es kaum, grob- und feinmotorische Fähigkeiten zu erwerben (Bewegungsstörungen), obwohl die Intelligenz oft normal oder nur wenig beeinträchtigt ist.

Eine Entwicklungsstörung der motorischen Funktion ist eine schwerwiegende Beeinträchtigung der Entwicklung der motorischen Koordinationsfähigkeit, welche nicht durch eine Intelligenzminderung oder eine angeborene oder erworbene neurologische Störung erklärbar ist und keine Auswirkung von Seh- und Hörstörungen ist. (Dilling et al. 1993 b)

Symptomatik

Die Störung zeigt sich dadurch, dass die motorische Koordinationsfähigkeit des Kindes bei fein- oder grobmotorischen Anforderungen deutlich unterhalb des Altersniveaus liegt und deutlich unterhalb des Niveaus, das die allgemeine Intelligenz des Kindes erwarten lässt.
Die betroffenen Kinder wirken unbeholfen, stolpern und fallen oft. Sie haben Mühe beim Dreirad oder Fahrrad fahren, zeigen sich ungeschickt beim Werfen und Fangen von Bällen. Ihr Schriftbild ist oft krakelig und schlecht leserlich.

Früherkennung von motorischen Entwicklungsstörungen

In der Regel fallen Kinder mit umschriebenen motorischen Entwicklungsstörungen erst im Kindergarten oder in der Schule auf, wenn höhere Koordinationsleistungen erwartet werden. Rückblickend kann bei Kindern mit einer umschriebenen motorischen Entwicklungsstörung ein verspätetes Erreichen wichtiger Grenzsteine der motorischen Entwicklung festgestellt werden. Als Grenzstein ist das Alter definiert, in dem 90% der gesunden Kinder die entsprechende Fähigkeit sicher beherrschen.

Prognose

Kinder mit umschriebenen Entwicklungsstörungen in der Motorik zeigen langfristig Auffälligkeiten.
Die Probleme im Alltag nehmen mit zunehmendem Alter eher ab.

Förderung bei Schritt für Schritt:

  • Entwicklung und Verbesserung der Körperwahrnehmung und des Körperschemas
  • Entwicklung und Verbesserung der Sensomotorik, der Gleichgewichtsfunktionen und der Haltung
  • Entwicklung und Verbesserung der Koordination von Bewegungsabläufen
  • Entwicklung und Verbesserung der Grob- und Feinmotorik
  • Koordination und Umsetzung von Sinneswahrnehmungen

 

 

Schritt für Schritt bietet unter anderem auch umfassende Beratung und Unterstützung der Eltern und Angehörigen an. Zudem wird bei der Hilfsmittelversorgung eng mit dem Facharzt, dem Hilfsmittelversorger und den Therapeuten zusammengearbeitet, um die beste Lösung für die Kinder zu finden.